unsichtbar – Irritation in Schwarz …

… zeigt Menschen mit sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen.

Menschen mit einer Behinderung werden in der Gesellschaft, respektive im Alltag, kaum wahrgenommen. Aber: Jede fünfte Person in der Schweiz lebt mit einer Behinderung! Und das sind 1,8 Millionen Menschen – mehr Leute, als der Kanton Zürich und Basel-Stadt zusammen Einwohner hat. Manche dieser behinderten Mitmenschen werden nicht gesehen (bleiben also «unsichtbar»), andere wollen bewusst unsichtbar bleiben.

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(Bild: zVg)

Würden Sie denn Ihre unsichtbare Behinderung in einem Bewerbungsgespräch nennen? Wie viel Offenheit und Ehrlichkeit schadet einem dabei? Die meisten Behinderungen sind auf den ersten Blick «unsichtbar» – wie beispielweise Gehörlosigkeit, psychische Erkrankungen, Hirnverletzungen oder chronische Erkrankungen. Mehrere Studien kommen zum Ergebnis, dass nur etwa sieben Prozent aller Behinderungen sichtbar sind. Stigmatisierung, Vorurteile oder unsichtbare Mauern lassen Menschen, die davon betroffen sind, häufig ohnmächtig zurück.

Irritation meint Verunsicherung
Gewohnheit birgt einerseits das Gefühl von Sicherheit und andererseits die Gefahr, Menschen, Situationen und Erfahrungen mit einem eingefahrenen Blick wahrzunehmen. Menschen ändern sich, so wie Situationen und Erfahrungen auch. Gesundheit, Arbeit und Wohlstand sind in unserer Gesellschaft wichtige Faktoren, über die sich sehr viele Menschen definieren. Gleichzeitig führen Menschen mit Behinderung ein Schattendasein. Die schwarzen Schattenbilder (siehe Fotos) stehen beispielhaft für Persönlichkeiten, die ihr Leben mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen gestalten. «Ist Behindert-Sein denn Privatsache? Und lebt nicht jeder Mensch auch in seiner Schattenwelt?».

Nach Basel, Zug und St. Gallen war die Ausstellung «unsichtbar – Irritation in Schwarz» in Arlesheim auf dem alten und neuen Postplatz zu sehen. 12 Silhouetten zeigten Persönlichkeiten, die ihr Leben mit unsichtbaren und/oder sichtbaren Behinderungen gestalten. Die lebensgrossen Figuren waren bis zum 2. August 2018 in Arlesheim zu sehen – und viele Passanten sind in den letzten drei Wochen stehen geblieben und haben sich Gedanken gemacht über Menschen, die ihren Alltag mit einer «unsichtbaren» Behinderung meistern müssen.

«Damit Menschen mit Behinderung einen chancengerechten Zugang zu Bildung, Arbeit oder Kultur haben, muss man erst einmal ihre Bedürfnisse kennen. Oft bleiben diese ver-borgen. Mit «unsichtbar – Irritation in Schwarz» möchte Impulse nicht nur auf unsichtbare Behinderungen aufmerksam machen, sondern Menschen mit und ohne Behinderung dazu ermutigen, sichtbar zu sein und miteinander in Austausch zu treten», so Nicole Bertherin von Impulse.

pd / kü

Weitere Informationen:
www.unsichtbar-schweiz.ch www.impulsebasel.ch

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